WDR 3 Giant Steps in Jazz
Westdeutscher Rundfunk
Jazzliebhaber und Experte Karsten Mützelfeldt stellt die wichtigsten Musikerinnen und Musiker des Jazz vor – Größen des New Orleans Jazz und Swing, des Bebop und Hardbop, des Free Jazz und der Fusion-Musik. Ein who is who der Erneuerer und Wegbereiter, der einflussreichten Instrumentalisten und Vokalisten.
Jazzliebhaber und Experte Karsten Mützelfeldt stellt die wichtigsten Musikerinnen und Musiker des Jazz vor – Größen des New Orleans Jazz und Swing, des Bebop und Hardbop, des Free Jazz und der Fusion-Musik. Ein who is who der Erneuerer und Wegbereiter, der einflussreichten Instrumentalisten und Vokalisten.
Joe Zawinul - Stories of the Danube
Episoden
Er hielt sich für einen der größten Musiker – und er war es auch. Ein Wiener Original, das in Amerika eine Welt-Karriere startete: Wie kein anderer Europäer prägte der Pianist, Keyboarder und Bandleader Joe Zawinul Soul-Jazz, Fusion und Welt-Musik. Von Karsten Mützelfeldt.
Der Vorname reicht, um zu wissen, wer gemeint ist. Miles. Ein Innovator. Wie kein anderer hat der Trompeter die Musik vorangetrieben. Miles Davis prägte maßgeblich die Entwicklung vom Bebop zum Cool Jazz über Hardbop und modalen Jazz bis zum Jazzrock. Von Karsten Mützelfeldt.
Am Klavier beherrschte er die hohe Kunst der Sparsamkeit wie kein anderer, sein Gefühl für swing war einzigartig und sein Orchester ein Klassiker der Big-Band-Ära - Count Basie. Von Karsten Mützelfeldt.
"The Divine One", "die Göttliche" - allein schon ihr Spitzname wies sie als Legende aus. Sarah Vaughan zählte zu den Diven des Vokal-Jazz, ohne je die Bodenhaftung zu verlieren. Eine Frau mit einer außergewöhnlichen Stimme, wandlungsfähig wie keine andere. Von Karsten Mützelfeldt.
Aus einem Cowboy wurde ein gefeierter Pianist. Dank ihm lernte die Musik-Welt bis fünf zu zählen. Dave Brubeck experimentierte mit ungeraden Taktarten und machte "Take Five" zum Millionen-Hit - und sein Quartett zu einer der populärsten Combos des Jazz. Von Karsten Mützelfeldt.
Er geht als einer der größten Improvisatoren in die Geschichte ein. Als "Bird" mit nur 34 Jahren stirbt, tauchen Graffitis auf: "Bird lives!" Sein Name steht wie kein anderer für Bebop und den Beginn des Modern Jazz: der Altsaxofonist Charlie Parker. Von Karsten Mützelfeldt.
"Ich war der Schöpfer des Jazz". Bescheidenheit lag dem notorischen Angeber nicht. Doch er zählte zu den Pionieren und Wegbereitern, ein brillanter Geschichtenerzähler, der sich selbst zur Legende erklärte: der Pianist und Komponist Jelly Roll Morton. Von Karsten Mützelfeldt.
Lennie Tristano war einer der ersten Jazz-Pädagogen. Der blinde Pianist experimentierte mit freier Improvisation und neuen Aufnahme-Techniken. Vor allem aber repräsentierte er die "Tristano-Schule": eine weiße, intellektuelle Variante des Cool Jazz. Von Karsten Mützelfeldt.
"Er war die Beatles seiner Zeit." (George Wein). Und der "King of Swing". Ob mit kleinen Gruppen oder seiner Big Band, ob in ballrooms oder der Carnegie Hall: Der Klarinettist Benny Goodman verhalf einer ganzen Generation, das Tanzbein zu schwingen. Von Karsten Mützelfeldt.
Für die Welt war er einfach nur "Satchmo", Louis Armstrong: der berühmteste Jazzmusiker aller Zeiten und eine Ikone des 20. Jahrhunderts. Als erster Improvisator des Jazz schrieb der Trompeter Geschichte und wurde als singender Entertainer zum Popstar. Von Karsten Mützelfeldt.
Ihr Spiel atmete Jazz-Geschichte: Spirituals, Ragtime, Swing und Bebop, die Pianistin schrieb Messen, arrangierte für Big Bands und experimentierte mit der Avantgarde. Und Mary Lou Williams war eine Wegbereiterin der Gleichberechtigung von Frauen im Jazz. Von Karsten Mützelfeldt.
"Chameleon": Sein Hit ist nach einem Tier benannt, das blitzschnell die Farbe wechseln kann - wandlungsfähig wie Herbie Hancock. Der Einfluss des Pianisten auf Jazz, Funk und Pop macht ihn zu einem der einflussreichsten Musiker des 20. Jahrhunderts. Von Karsten Mützelfeldt.
"E wie Exzellenz, E wie Eleganz! Kurzum: E wie Ellington!"Ein Bonmot des "Duke". Er war Pianist, Leiter einer legendären Big Band und der wichtigste Komponist des Jazz - mit unzähligen Aufnahmen im "Jungle Style" über Swing bis zu orchestralen Werken. Von Karsten Mützelfeldt.
Er spielte drei Saxofone gleichzeitig - so etwas hatte niemand zuvor gehört. Für manche nur eine "Zirkusnummer", buchten Veranstalter ihn als "Sensation". Mit viel Seele schlug Roland Kirk eine Brücke vom New Orleans Jazz über Soul bis zum Free Jazz. Von Karsten Mützelfeldt.
Er gilt als der "Saxophone Colossus", sein Sound ist mächtig und kraftvoll. Aus einfachen Motiven entwickelt Sonny Rollins einen schier endlosen Fluss von Ideen. Neben John Coltrane wird er zum einflussreichsten Tenorsaxophonisten des Modern Jazz. Von Karsten Mützelfeldt.
"Ich wollte meine eigene Big Band sein." Er war Inbegriff des swingenden Klaviers, ein pianistisches Schwergewicht, dessen atemberaubende Technik ihresgleichen suchte. Wie kaum ein anderer Musiker hat Oscar Peterson Menschen für den Jazz begeistert. Von Karsten Mützelfeldt.
Nach der Ära der Grandes Dames des Vokal-Jazz ist sie die führende Stimme ihrer Generation. Auch offen für R&B und Pop, pflegt Dianne Reeves mit kraftvoller und eindringlicher Stimme ein Erbe ihrer großen Vorgängerinnen: das Erzählen von Geschichten. Von Karsten Mützelfeldt.
Er klang anders als die Anderen, melancholisch und nachdenklich. Mit seinem lyrischen, geschliffenen Ton erspielt sich der Kornettist Bix Beiderbecke den Ruf, der erste weiße Jazzmusiker von Rang zu sein. Sein früher Tod lässt ihn zur Legende werden. Von Karsten Mützelfeldt.
Ein swingendes Kraftwerk. Wie eine dampfende Lokomotive treibt der Schlagzeuger 35 Jahre lang eine Band an, die von unzähligen Größen des Jazz durchlaufen wird, Art Blakey‘s Jazz Messengers: Inbegriff einer zupackenden, härteren Spielweise, des Hardbop. Von Karsten Mützelfeldt.
Ihre Stimme gleicht einem offenen Buch, die Songs vermitteln, was sie erlebt und durchlebt hat. Billie Holiday unterhält, berührt und erschüttert ihr Publikum. Authentisch wie nur wenige, gilt "Lady Day" als eine der bedeutendsten Sängerin des Jazz. Von Karsten Mützelfeldt.
"Ich bin Charles Mingus, der schön, grässlich, männlich und weiblich spielt, mit schrägen, starken Klängen." In seiner leidenschaftlichen Musik vereint der cholerische Bassist Tradition und Moderne und wird zu einem der großen Komponisten des Jazz. Von Karsten Mützelfeldt.
"Das Einzige, was besser ist als Singen ist - noch mehr Singen!" Sie liebte, was sie tat und wurde die Beliebteste aller Jazz-Sängerinnen. Ihr ansteckender Swing und ihre Gabe, Freude zu verbreiten, machten Ella Fitzgerald zur "First Lady of Song". Von Karsten Mützelfeldt.
"Alles, was ich spiele, unterscheidet sich von anderem." Der Stil des Pianisten war so originell wie er selbst, seine Themen sperrig und mit Ecken und Kanten. Zu Lebzeiten unterschätzt, gilt Thelonious Monk heute als einer der Väter des modernen Jazz. Von Karsten Mützelfeldt.
"Giant Steps". John Coltranes Komposition kann auch für seinen Lebensweg stehen: Mit riesigen Schritten dringt er in unerhörte Regionen vor. Als der Saxofonist Miles Davis verlässt, gründet er ein Quintett, das die Jazz-Geschichte verändern wird - und ihn zum größten Improvisator werden lässt. Von Karsten Mützelfeldt.
In den 1980ern erobert Bobby McFerrin als Stimmwunder die Welt. Mit seinem Soloalbum „The Voice“, aufgenommen in Deutschland, setzt der Sohn einer Opernsängerin und eines Opernsängers neue Maßstäbe. Von Karsten Mützelfeldt.
Lange unterbewertet, ist es Fred Hersch gelungen, sich in die Riege der ganz Großen einzureihen. Die Autobiografie des Pianisten, der sich als einer der ersten Jazz-Musiker zu seiner Homosexualität bekannt hat, trägt den vielsagenden Titel Good Things Happen Slowly. Von Karsten Mützelfeldt.
Ein Experte für große Ensembles, große Formen, große Bögen - und kleinste Details. Ob mit kammermusikalischen Tonmalereien oder Groove im Big-Band-Format: Vince Mendoza zählt zu den gefragtesten Komponisten/Arrangeuren des orchestrierten Jazz und Pop. Von Karsten Mützelfeldt.
Tomasz Stańkos Streben nach Schönheit und ein unbändiger Freiheitswille vereinigten sich in einem ausdrucksstarken Spiel, dessen Wirkung sich zu entziehen kaum möglich war. Der polnische Trompeter zählte zu den großen Ton-Poeten und Jazzmusikern Europas. Von Karsten Mützelfeldt.
Melba Liston war eine der ersten Frauen im Jazz, die sich als Instrumentalistin einen Namen erspielt hat. Immer wieder mit männlichen Vorurteilen konfrontiert, gelang es der Posaunistin zudem, sich als Arrangeurin für renommierte Big Bands zu profilieren. Von Karsten Mützelfeldt.
Der Sound von Ellingtons Band wäre ohne ihn undenkbar. Billy Strayhorn lieferte maßgeschneiderte Arrangements und schrieb unzählige Kompositionen, viele wurden zu Standards. Doch stets im Schatten des Duke, blieb seine Bedeutung lange unterbewertet. Von Karsten Mützelfeldt.
In Jazz, Pop, Soul und R&B gleichermaßen gefragt, ist Steve Gadd einer der meistaufgenommenen Schlagzeuger, geschätzt für sein ungemein präzises Spiel und eine überragende Technik, aber auch für die Kunst, Dinge einfach zu halten und zu grooven... Von Karsten Mützelfeldt.
Don Ellis war einer der innovativsten Musiker der 60er und 70er Jahre. Der Trompeter experimentierte mit Zwölftonreihen, Vierteltönen, ungewöhnlichen Instrumentierungen und ungeraden Taktarten. Und er leitete eine der fulminantesten Big Bands des Jazz-Rock. Von Karsten Mützelfeldt.
Am liebsten wäre Kurt Elling ein "philosophierender Poet" geworden. Unter den Jazzsängern, deren Rangliste er seit den 90ern anführt, ist er es - ein postmoderner Hipster, beeinflusst von der Beat Generation, aber auch von Neruda, Proust, Hesse und Rilke. Von Karsten Mützelfeldt.
Von ihm wird nur in Superlativen gesprochen. Einst zweitbestbezahlter Kinderstar, als Schlagzeuger gilt Buddy Rich als "Größter aller Zeiten". Sein Ego ist riesig, sein Naturell aufbrausend, er wird bejubelt und von Mitmusikern nicht selten gefürchtet... Von Karsten Mützelfeldt.
Ob in Fusion, swingendem Mainstream oder kammermusikalischen Duetten, ob elektrisch oder akustisch - Philip Catherine kultiviert einen singenden Ton, der dem belgischen Gitarristen den Ruf einbringt, ein "instrumentaler Chansonnier des Jazz" zu sein. Von Karsten Mützelfeldt.
Gelassen und reif, eloquent und elegant - so wie er auftrat, spielte der Tenorsaxofonist auch. Schon immer einer der Großen seines Faches, erfuhr Joe Henderson dennoch erst am Ende der Karriere höchste Anerkennung - das aber dann gleich im Übermaß... Von Karsten Mützelfeldt.
Die japanische Pianistin Aki Takase vereint Vieles: Asiatisches, Amerikanisches und Europäisches, Freigeist und Humor, Avantgarde und Tradition, kompositorische Raffinesse und lustvolle Spontaneität - und ein Spiel mit Fingerspitzen und Ellenbogen... Von Karsten Mützelfeldt.
Er begleitete Charlie Parker und Dizzy Gillespie, wurde als Haus-Perkussionist führender Jazz-Label zum meistaufgenommenen Conga-Spieler des Jazz und ein Star der Salsa. Ray Barrettos fester Handschlag bescherte ihm den Spitznamen "Mr. Hard Hands". Von Karsten Muetzelfeldt.
Sein Einfluss auf die moderne Musikgeschichte ist immens, niemand wurde öfter ausgezeichnet. Zu Beginn Jazz-Trompeter und Big-Band-Arrangeur, baute Quincy Jones alias "Q" eine Karriere auf, die ihn zum weltweit bekanntesten Pop-Produzenten werden ließ. Von Karsten Mützelfeldt.
Er überträgt Charlie Parkers Neuerungen aufs Klavier. Doch der Höhenflug des Bud Powell währt nicht lange. Hirnschäden als Folge einer Prügelattacke lassen ihn unter schweren psychischen Störungen leiden und zu einer der tragischen Größen des Jazz werden. Von Karsten Mützelfeldt.
Pat Metheny ist einer der einflussreichsten Gitarristen und erfolgreichsten Jazzmusiker überhaupt. Ein detailverliebter Komponist und Melodiker ersten Ranges, mit unverwechselbarem Sound und einer ausgeprägten Lust, Vieles miteinander zu verschmelzen. Von Karsten Mützelfeldt.
Sie wollte Amerikas "erste schwarze Konzert- Pianistin" werden. Stattdessen wurde Nina Simone die "Hohepriesterin des Soul", die Jazz, Blues, Gospel, und Pop verschmolz. Ihre Stimme war einzigartig - und ihre Songs Hymnen der Bürgerrechtsbewegung. Von Karsten Mützelfeldt.
Ein amerikanischer Komponist deutscher Abstammung wird zur treibenden Kraft des "Third Stream", einer Verbindung von Jazz mit Klassischer und Neuer Musik. Anfangs umstritten, bescheinigen ihm später die Historiker: Aus den Reihen der Klassik sei er der größte Freund des Jazz gewesen: der Komponist und Arrangeur Gunther Schuller. Von Karsten Mützelfeldt.
Energie und Präzision. Der Schlagzeuger hat den Jazz-Rock wie kein zweiter geprägt hat. Als Billy Cobham Anfang der 70er Jahre in der Szene auftaucht, sorgen dessen unbändige Kraft und spielerische Intelligenz für Bewunderung und Fassungslosigkeit. Von Karsten Mützelfeldt.
Ein wahrer Gentleman. Feinsinn zeichnete den Pianisten und die Person gleichermaßen aus. Hank Jones konnte für sich in Anspruch nehmen, mit so gut wie allen Größen des Swing, Bebop, Cool und Hardbop gearbeitet zu haben - stilvoll und mit eigenem Stil. Von Karsten Mützelfeldt.
Von einem führenden Protagonisten des europäischen Free Jazz entwickelt sich Manfred Schoof zum "Romantiker der Avantgarde". Der Trompeter, der auch Film- und Fernsehmusiken schreibt, verkörpert den Typus des unvoreingenommenen und offenen Musikers. Von Karsten Mützelfeldt.
Paquito D’Rivera zählt zu den ganz Großen des Latin-Jazz. Die Spielfreude des gebürtigen Kubaners, gepaart mit viel Humor und seiner überschwenglichen Frohnatur, machen den Saxophonisten und Klarinettisten zu einem der weltweit beliebtesten Musiker. Von Karsten Mützelfeldt.
Die Musik des Komponisten und Pianisten steckt voller verrückter Ideen. Sein architektonischer Sinn lässt raffiniert konstruierte Ton-Gebilde entstehen. Einst als Wunderkind des britischen Jazz gefeiert, gilt Django Bates für nicht wenige als - Genie. Von Karsten Mützelfeldt.
John Scofield ist der einflussreichste Vertreter der zweiten Jazz-Rock-Generation. Seine Verschmelzung von Bebop-, Blues- und Rock-Elementen kommt mal ungemein entspannt und elastisch daher, mal bissig und kantig. Und "Sco"s Sound ist einzigartig. Von Karsten Mützelfeldt.
Wer kann schon von sich behaupten, sowohl mit Louis Armstrong als auch mit Pat Metheny gespielt zu haben? Er ist einer der meistaufgenommenen und flexibelsten Musiker, auf seinem Instrument einer der Erneuerer des modernen Jazz, ein ewig Junggebliebener und mit weit über neunzig Jahren einer der letzten noch lebenden Granden: der Schlagzeuger Roy Haynes. Von Karsten Mützelfeldt.